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 Jahre später Feu und Nasu

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Nasu
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BeitragThema: Jahre später Feu und Nasu   Di März 31, 2015 3:27 am

Madeleine schleckte sich den Zuckerguss von den Fingern während sie mit der anderen Hand die Gläser außer Reichweite schob.
Sie hatte John nur mit Mühe die Kekse abgenommen, auch wenn er noch so klein war, kam er überall ran.
Als sich Madeleine umdrehte seufzte sie erschöpft und doch schlich sich ein Lächeln in ihr Gesicht.
„Johnathan jetzt hast du überall Zuckerguss und deine Geburtstagsfeier fängt doch gleich an.“
Madeleine schnappte sich den Jungen der nur grinsend seine süßen Finger abschleckte, mit einem Genuss den Madeleine ausgelassen hatte.
„Duggerguf.“ Wiederholte er und streckte seiner Mutter die klebrigen Händchen entgegen. Tappte ihr ins Gesicht und verteilte das klebrige Zeug nur noch mehr. Aussichtslos versuchte Madeleine auszuweichen. Als alleinerziehende Mutter hatte sie sich bereits angewohnt das Haar ständig zusammengebunden zu tragen und doch fand John eine Strähne an der er zupfen konnte.
Madeleine strich dem Jungen das wirre, dunkle Haar aus der Stirn und hielt dann seine Hand fest um nicht noch mehr Zuckerguss abzubekommen.
„Ich wasch dir jetzt noch schnell den Dreck ab, bevor dann Fotos gemacht werden. Du willst doch gut aussehen?“ sie tippte dem Jungen auf die Nase als sie die Frage stellte. Setzte ihn in die Badewanne während sie ein Tuch befeuchtete und sich auf die ausweglose Aufgabe machte, so viel wie möglich von dem klebenden Zeug weg zu bekommen.
Jonathan verzog nur das Gesicht, quengelte trotz den guten Zusprüchen seiner Mutter immer mehr.
Nur das Leute der Türglocke rettete den Jungen.
Madeleine sah erschrocken auf ihre Armbanduhr, es war bereits zwei Uhr. Die ersten Gäste trafen ein.
Sie hievte John wieder auf ihre Hüfte und begrüßte so die ersten Gäste mit ihren bunten Geschenken.
John hatte viel Spaß das bunte Papier zu zerreißen, noch mehr als mit den Geschenken selbst. Kleidung, Schnabelbecher und ein Kinderbuch räumte sie sorgfältig weg, während sie versuchte sich neben dem Juchzen der glücklichen Kinder zu unterhalten. Sich bemühte eine gute Gastgeberin zu sein und zuzusehen das ja kein Glas leer war, die Kinder nicht zu lange weinten. Sie aus der Toilette befreite, nach dem sie sich dort eingesperrt hatten.
Sie setzte sich seufzend, mit schmerzenden Rücken gerade wieder auf ihren Stuhl als wieder der Name von Jonathans Vater fiel.
„Sind Tage wie diese schwerer als andere?“
Madeleine nahm einen großzügigen Schluck aus ihrem Glas um Zeit für eine Antwort zu gewinnen.
Sie schluckte, kostete ihre Worte nochmal kurz. Sie wollte Pauls Andenken wahren, also konnte sie nicht die Wahrheit sagen. Dass sie den ganzen Tag noch keine Zeit gefunden hatte überhaupt an ihren verstorbenen Mann zu denken.
„Ich denke solange Jonathan noch keine Fragen stellt ist es leichter. Ich fürchte mich etwas vor diesen Tagen.“ Ein verbittertes Lächeln zeigte kleine Fältchen um Augen und Mund, das sie jedoch schnell hinter einem weiteren Schluck versteckte.
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Feuerchen
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   Di März 31, 2015 1:28 pm

Er kam zu spät.
Er kam nie zu spät. Aber normalerweise waren die Termine, die seinen Kalender füllten, wichtiger. Normalerweise bestanden sie aus mehr als nur bunten Kuchen essen, Smalltalk über den Mangel an eigenem Nachwuchs führen und den vergeblichen Versuchen, klebrige Kindermünder und –hände von sich fernzuhalten. Normalerweise verbrachte er seinen kostbaren Nachmittag nicht auf einem Kindergeburtstag. Trotzdem hatte er eine Meeting früher verlassen und ein Anderes vollständig abgesagt, um jetzt um Punkt drei Uhr den Wagen in die Parklücke zu kurbeln. Eine ganze Stunden zu spät. Immerhin auf die Sekunde genau. Das wirkte gewollt. Das wirkte so, als hätte er es von Anfang an so geplant, weil er früher einfach keine Zeit gefunden hätte.
Beinahe wäre er voreilig ausgestiegen, die Hand bereits gegen die Tür gedrückt, bevor er sich zurück in den Ledersitz fallen ließ, um sich dann nach dem Handschuhfach beim Beifahrersitz zu strecken. Es enthielt tatsächlich unter Anderem ein Paar Handschuhe, die Alec jedoch nur ganz selten tatsächlich beim Fahren trug. Es enthielt außerdem Fahrzeugpapiere und ein Navigationsgerät. Für heute enthielt es auch einen bunten Briefumschlag, den er im diesmal endgültigen Prozess des Aussteigens in der Innentasche seines Jacketts verschwinden ließ. Wohl wissend, dass er für einen Kindergeburtstag gänzlich overdressed war, zupfte er sich trotzdem aus reiner Gewohnheit an der Kleidung herum, während er sich auf den Weg in das Apartment machte.
Vor der Tür blieb er ein letztes Mal stehen, überprüfte seine Innentasche noch einmal auf die Anwesenheit der Karte und betätigte dann die Türklingel. Lautes Kinderlachen und –schreien drang durch die Wände des Hauses und seine Gesichtszüge verhärteten sich. Es wäre ihm lieber gewesen, an einem anderen, ruhigen Tag vorbeizukommen. Der Kleine hätte den Unterschied kaum gemerkt, war er doch gerade erst dabei, gesellschaftliche Normen in sein kleines System hereingedrückt zu bekommen. Egal, wie unnötig sie vielleicht sein mochten.
Wenn er es sich recht überlegte, konnte er noch verschwinden. Einfach wieder zurück ins Auto steigen, Madeleine eine Nachricht schicken, sich zu entschuldigen, dass er heute einfach zu viel um die Ohren hatte, als dass er auf einen kurzen Besuch vorbeikommen konnte. Ein kurzer Besuch. Dabei würde es hoffentlich bleiben.
„Bleib ruhig im Wohnzimmer, ich gehe schon!“ hörten seine geschärften Sinne eine Stimme durch die Tür rufen. Dann wurde die Tür geöffnet und jetzt war es offiziell zu spät, seine wertvolle Zeit an einem anderen Ort zu verschwenden. Eine junge Frau mit Kastanienbraunen Haaren begrüßte ihn mit einem herzlichen, mütterlichen Lächeln. Alec wusste, dass sie ein Dakabi war, konnte das Gesicht aber keinem Namen zuordnen. Sie war eine recht junge Mutter und auf den zweiten Blick merkte man, dass sie auch zu selten so direkt mit ihrem Alpha zu tun hatte, als dass sie wusste, wie sie ihn zu begrüßen hatte. Die Entscheidung nahm er ihr ab, indem er ihr ein knappes Kopfnicken schickte und daraufhin ungefragt eintrat.
Scheinbar hatte sie nicht gewusst, dass er und Madeleine eng genug befreundet waren, dass er auf der Geburtstagsfeier ihres Sohnes aufkreuzen würde und die plötzlichen Sorgenfalten auf ihrem Gesicht verrieten, dass sie mit schlimmen Neuigkeiten rechnete. War Jemand gestorben? In diesem Falle wäre Alec natürlich nicht persönlich vorbeigekommen. Dafür hatte er Leute. Das ließ er sie allerdings nicht wissen. Stattdessen hatte er sie gerade fragen wollen, ob die Anderen sich im Wohnzimmer befanden, da fegten zwei rothaarige Kinder um seine Beine und rissen den Alpha beinahe von den Füßen. Bereits jetzt sichtlich entnervt, konnte er sein Gleichgewicht rechtzeitig halten, tat so, als wäre nichts gewesen und beobachtete mit tiefen Falten auf der Stirn, wie die junge Mutter ihre beiden Kinder auffing und lachend durch den Flur wirbelte. „Nicht so stürmisch!“ ermahnte sie die Zwillinge dann und wischte sich lose Haarsträhnen aus dem Gesicht, als sie sich wieder Alec zuwandte. „Die Anderen sind im Wohnzimmer“ beantwortete sie dann die Frage, die Alec nie gestellt hatte.
Wortlos nickte er und machte sich dann auf den Weg. Im Türrahmen blieb er stehen. Nicht hilflos, nicht verloren. Einfach da, mit der Schulter nur halb am Türrahmen gelehnt, die Lage überblickend, bis sein Blick fand, was er gesucht hatte. Ein einsames, kaum deutliches Lächeln huschte über seine Lippen.
„Wo ist das Geburtstagskind?“ Er versuchte so zu klingen, als wäre er mental bereits darauf vorbereitet, von klebrigen Kinderhänden berührt zu werden. Ein Umstand, der jedoch viel zu weit von der Wahrheit entfernt war, als dass er ihn hätte vortäuschen können.
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Nasu
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   Di März 31, 2015 9:02 pm

Madeleine war trotz der Aufforderung sitzen zu bleiben aufgestanden um ihren Sohn zu holen. Sie war gerade neben ihm in die Hocke gegangen, strich ihm aus Gewohnheit das Haar aus der Stirn als Alec auch schon im Türrahmen stand.
„Sieh mal Jonathan! Onkel Alec ist zu deinem Geburtstag gekommen.“
Mit einem erstaunten Gesicht sah John zu dem großen Alpha hoch, die braunen Augen glitzerten erwartungsvoll.
Madeleine richtete sich auf, glücklich das Alec doch gekommen war. Sie lud ihn jedes Jahr mit den Worten ein, das es nicht so wichtig sei, sollte er es nicht einrichten können, sich John und sie darüber freuen würden.
Jedes Jahr stellte sie ihren Alpha und Freund auf die Probe und auch heute enttäuschte er sie nicht.
Mit langsamen Schritten ging sie hinter John auf Alec zu, hob ihn hoch und hielt seine Händchen fest, damit sie nicht wieder an ihrem Haar zogen.
„Schön dass du gekommen bist.“
Jonathan schmiegte sich an seine Mutter, starrte mit großen Augen zu Alec. Wartete ab was der erste Zug des Alphas war, der ganz in schwarz gekleidet an einen Raben erinnerte.
Der Junge blies nervös die Wangen auf. Er wollte weiter spielen.
„Was darf ich dir zum Trinken anbieten?“
schnell war Madeleine in ihrer Gastgeberrolle. John der begann zu quengeln, wippte sie auf ihrer Hüfte.
„Du hast Onkel Alec noch gar nicht Hallo gesagt John.“
Madeleine ließ die kleine Hand los, die winkend die vertraute Geste tat, sich dann nach dem schwarzen Anzug ausstreckte und den Kragen zu fassen bekam.
„Hallo.“ Nuschelte der Junge, die braunen Augen nur mehr neugierig auf den Stoff gerichtet.
Madeleine versuchte ihr Lächeln zu verstecken, wusste wie sich Alec darüber ärgern musste, das sein Anzug Flecken von Zucker, Schokolade und Saft trug.
Doch sie konnte es nicht verstecken und nachdem sie ihm kurz angrinste, versteckte sie ihr Gesicht indem sie ihrem Sohn auf das dunkle Haar küsste.
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Feuerchen
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   Mi Apr 01, 2015 11:56 pm

Eine der wenigen Eigenschaften, die Alec an Kindern eines gewissen Alters sympathisch fand, war die Tatsache, in der Mehrzahl der Fälle, natürliche Angst oder zumindest Ehrfurcht vor ihm bewiesen. Nicht, dass er es sich je zum Hobby gemacht hatte, kleine Kinder zu erschrecken. Ein lukratives Geschäft war das nicht. Außerdem hielt der Zustand der respektvollen Neugierde nie lang genug dafür an. Schnell merkten die Kleinen, dass sie oft am längeren Hebel saßen. Sie waren Kinder und sie konnten verdammt noch mal tun was sie wollten.
Immerhin verschaffte ihm der Moment seines Auftretens im Türrahmen, den kleinen Moment der Ruhe, bevor die Kinder ihren eigenen Tätigkeiten nachgingen. Dinge, die Kinder eben so taten. Laute Dinge. Als er Madeleine ein Stück durch den Raum entgegenkam, wich sein Blick nur ab und zu von ihr, um zum Einen auf kein Kind zu treten und zum Anderen deren Lautstarkes Verhalten mit einem missbilligenden Blick zu bestrafen, der sowieso ignoriert wurde.
Richtig wäre es gewesen, sich für sein Zuspätkommen zu entschuldigen. Aber es war offensichtlich, dass er den Geburtstag gerade so in seinem Zeitplan hatte unterbringen können und er erwartete von Madeleine, dass sie das wusste. Deshalb nickte er nur. „Danke für die Einladung“ Die wenigsten Menschen luden ihn zu einem Kindergeburtstag ein. Aus guten Gründen. Dafür durfte man sich ruhig bedanken. Auch wenn er lieber nicht gekommen wäre.
Mit Jonathan im Weg, fiel die Begrüßung schwer. Trotzdem berührte er sie leicht am Oberarm, um ihr dann einen freundschaftlichen Kuss auf die Wange zu geben. „Ich nehme einen Kaffee, danke“
Dass er offiziell nicht für Madeleine hier war, musste jetzt auch wieder zur Sprache gebracht werden und Alec lenkte seine Aufmerksamkeit – oder zumindest den Großteil davon – auf den kleinen Jungen in den Armen seiner besten Freundin. Er lächelte etwas weniger ehrlich und etwas fester eingefroren und war gerade dabei. „Hallo“ Seine Stimme war etwas sanfter als seine Gesichtszüge. Er konnte Ähnlichkeiten zu Madeleine in dem noch weichen, runden Gesicht des Kindes erkennen. Aber er fand auch dessen Vater darin wieder. Und das wiederum war eine Erinnerung, die er ungern anfasste.
„Alles Gute zum Geburtstag. Wie alt bist du jetzt? Fast erwachsen?“ Gerade wollte er das Geschenk aus seiner Innentasche zücken, als er den festen Griff des Jungen an seinem Kragen spürte. Seine erste Reaktion war durchgehend negativ. Beinahe hätte er die kleine Hand reflexartig und mit wenig Feingefühl entfernt. Aber dann erinnerte er sich und atmete tief durch, wagte es daraufhin schon gar nicht mehr, den eisernen Griff des Kleinen zu lösen. Garantiert nicht hilflos, aber trotzdem irgendwie auf eine bessere, mütterliche Reaktion wartend, warf er Madeleine einen knappen Blick zu.
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   Fr Apr 03, 2015 12:20 am

Der große, ernste Alpha zeigte bei der Begegnung mit ihrem Sohn immer wieder neue Facetten. Meist war er überfordert. So wie gerade eben.
Madeleine löste den Griff ihres Sohnes um den schwarzen Stoff. Setzte ihn wieder auf den Boden ab.
„Setzt dich doch, ich mach dir einen Kaffee. Möchtest du ein Stück Torte dazu?“ Sie sah zu, wie Jonathan unruhig von einem Fuß auf den anderen schwankte. Er wartete anscheinend darauf offiziell entlassen zu werden, indem er sein Geburtstagsgeschenk empfing.
„Keine Sorge er ist nicht selbst gemacht.“ Fügte Madeleine hinzu, presste die Lippen aneinander, musste dann aber Lachen.
Jonathan zupfte an der Jeans seiner Mutter um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen.
„Durstig Mama.“ Die braunen Augen wurden ganz groß.
Madeleine schenkte ihrem Sohn etwas Wasser in ein Glas.
In letzter Zeit hatte sich der Junge die Marotten angewöhnt, das er in jedem Glas eine Scheibe Zitrone haben wollte.
„Schätzchen.“ Die Aufmerksamkeitsspanne von Kindern, war unglaublich kurz. Gerade hatte sich der Junge wieder einem Freund zugewandt, als er sich losreisen musste um das Glas festzuhalten.
Madeleine gab es jedoch nicht sofort frei.
„Beide Hände Jonathan.“ Ermahnte sie ihn und dann nuckelte der Junge schlürfend an dem Glas.
Madeleine seufzte und richtete sich dann auf.
„Gut“ sie rieb sich den Nasenrücken und Lächelte dann wieder breit. „Kuchen dazu, oder nicht?“
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   Mo Apr 06, 2015 8:43 pm

Es gab mehr als nur einen Grund dafür, dass Alec dem Vorschlag, sich zu setzen, penetrant und mit gut durchdachter Absicht nicht sofort nachkam. Allen voran die simple Tatsache, dass er sich generell von Niemandem etwas sagen ließ. Von Madeleine in gewissen Situationen vielleicht mehr, als von Anderen. Aber sich setzen? Das tat er nicht auf Kommando. Außerdem war ihr Gespräch konstant von John, seinen Bedürfnissen und Madeleines Bemühungen, denen Gerecht zu werden unterbrochen. Stumm sah er ihr dabei zu, merkte nicht, dass seine Züge weicher wurden, noch während er dies tat. Zu guter Letzt hatte er sein Geschenk noch nicht abgegeben. John mochte vielleicht noch nicht mit Sicherheit wissen, wer er war und in welchem Verhältnis er zu seiner Mutter stand. Aber ein Geschenk war die natürliche Schlussfolgerung für seinen Besuch hier. Man war nie zu jung, um zumindest das zu wissen.
„Kaffee reicht mir“ Eine kleine Pause, in der er schon hauptsächlich damit beschäftigt war, seinen Kragen so gut es ging von den klebrigen Essensresten zu befreien. Er war kurz davor, sich zu entschuldigen, die Küche aufzusuchen und die Schadensbegrenzung mit Wasser als Hilfsmittel fortzuführen. „Danke“ fügte er noch hinzu, als er die Sache einfach aufgab.
Stattdessen griff er sich jetzt tatsächlich in die Innentasche, war diesmal ungestört dabei, und fischte den bunten Umschlag hervor. Er schien stumm und knapp darüber nachzudenken, wem er das Geschenk zu überreichen hatte und entschied sich dann – nach einer versehentlich angetäuschten Bewegung in Johns generelle Richtung – für Madeleine. Für die kommenden Jahre würde sie mehr damit anfangen können, als der Kleine.
„Es ist nur eine Kleinigkeit“ Er warf John einen kurzen neutralen Blick zu. Kein Lächeln, keine ausgesprochene Strenge darin. „Er wird es irgendwann zu schätzen wissen“ Das Lächeln hatte er letztendlich doch noch für Madeleine reserviert, als er ihr den Umschlaf offiziell überreichte.
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   Di Apr 07, 2015 8:44 pm

Madeleine sah Alec geduldig zu, hielt sich davon ab den Kopf zu schütteln, wie unbeholfen er sich doch benehmen konnte.
Als Alec den Umschlag hervor holte, biss sich Madeleine auf die Unterlippe, die Arme vor der Brust verschränkt, schielte sie zu ihrem Sohn hinunter.
Die braunen Augen weiteten sich erschrocken, als seine Mutter an seinem Geburtstag ein Geschenk bekam.
Von Belustigung wechselte Madeleines Gesichtsausdruck zu einem warmen Lächeln mit dem sie den Umschlag annahm.
„Das wäre nicht nötig gewesen.“ Sie behielt den Umschlag nah an ihrem Herzen, als sie sich zu ihrem Sohn hinunter beugte.
„Onkel Alec hat sein Geschenk für dich in der Küche versteckt.“
Von Enttäuschung war keine Spur mehr in dem jungen Gesicht zu sehen, John hob die Hände aufgeregt in die Luft.
„Möchtest du das in der Küche abwaschen?“ fragte Madeleine und rieb etwas an der klebrigen Stelle, die ihr Sohn zurück gelassen hatte.
Madeleine wandte sich ihren übrigen Gästen zu.
„Darf ich euch auch etwas bringen?“
Es wurden noch zwei weitere Kaffee bestellt und der Krug mit Limonade leerte sich immer weiter.
Madeleine ging ihrem Sohn in die Küche nach, welcher das bunte Geschenk bereits entdeckt hatte.
Seine Mutter nahm es vom Regal und gab es ihm.
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   Fr Apr 17, 2015 12:39 am

Offensichtlich war Alec kein stolzer Besitzer eines Diploms im verständnisvollem Umgang mit Kindern und hätte bei aller Voraussicht und Planung nicht daran gedacht, den Jungen mit seinem in dessen Augen wohl eher unspektakulären Geschenk zu enttäuschen. Der Gedanke kam ihm erst, als es längst zu spät war, das nächste Toys R Us aufzusuchen und doch lieber das Spielzeugfeuerwehrauto mit echtem Blaulicht zu kaufen. Seine Prioritäten lagen trotzdem woanders. Madeleine freute sich. Bescheiden, aber sie freute sich. Alec, der keinen Dank der Welt ablehnte, winkte trotzdem ab. „Es ist nicht viel, aber es sollte ausreichen“ Gab er zu, ohne den Inhalt des Umschlages weiter zu erläutern. Und ohne zu erwähnen, dass es nicht nur für das nächstbeste community college ausreichte, sondern im besten Falle gleich für Harvard.
Damit der Alpha zu allem Übel aber nicht auch noch daran Schuld sein musste, ein Kind an seinem eigenen Geburtstag zum Weinen gebracht zu haben – er konnte nicht mit hundertprozentiger Gewissheit versprechen, dass es das erste Mal gewesen wäre – schien Madeleine allerdings weiter gedacht zu haben als er. Wer hätte das gedacht. Nur kurz blieb die Irritation über sein vermeintliches Geschenk, machte dann einem knappen, beinahe dankbaren Lächeln Platz…wäre es nur länger geblieben. Außerdem verlangte er, das Geschenk, das man in seinem Namen gekauft hatte, mit eigenen Augen zu sehen, bevor er sich damit schmückte und hinterrücks dafür bedankte.
Das Angebot, Madeleine in die Küche zu folgen, nahm er deshalb nicht nur an, um sich des Waschbeckens zu bedienen. Ein kurzer Blick durch den Raum – es musste schließlich nicht gleich auch tatsächlich so aussehen, als würde er ihr folgen – und er war verschwunden.
Kurz überlegte er, abzuwarten, bis John sein Geschenk geöffnet hatte, sah dann aber ein, dass er den Fleck so schnell wie möglich mit Wasser bearbeiten sollte und platzierte sich schnell genug an der Küchenspüle, wo er sich immer wieder halb zu dem Kleinen und dem Geschenk umdrehen konnte, während er einen Schwamm mit Wasser aufsaugte und sich dann umständlich die betroffenen Stellen am Hemdkragen damit rieb.
„Bin ich so vorhersehbar?“ fragte er schließlich, kaum lächelnd, mit dem Kinn dabei knapp auf den Jungen und das Geschenk deutend.
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   Sa Jan 09, 2016 7:07 pm

Während John das bunte Papier mit roten Wangen und glitzernden Augen aufriss, holte Madeleine drei Kaffeetassen aus dem Regal und stellte eine nach der anderen unter die Kaffeemaschine.
Endlich war das Geschenk befreit und der Junge freute sich sichtlich über den Plüschraben in allen möglichen Farben. Er quietschte den Namen der Figur aus dem Lieblingsbuch des Jungen.
Madeleine ging das Herz auf, das sich ihr Sohn so über das Geschenk freute. Sie seufzte glücklich als er dem Alpha um die Beine fiel und dann so schnell wie der Wind aus der Küche rannte um seinen Freunden das Geschenk zu zeigen.
Madeleine lehnte sich gegen die Theke, sah mit einem breiten Lächeln zu Alec. „Nein.“ War ihre knappe Antwort auf seine Frage hin. Sie wechselte gerade die Tassen aus und ließ den zweiten Kaffee runter.
„Ich versuche nur für alles gewappnet zu sein.“ Die Braunhaarige bis sich auf die Unterlippe hob die Schultern unbeholfen. „Ich bin wirklich froh dass du kommen konntest.“ Ihr Blick verriet mehr als ihre Worte. Wie dankbar die alleinerziehende Mutter war, das Alec sie so gut es ging unterstützte. Sie nicht allein mit ihrem Schicksal ließ. Das hatte sie nicht vorher gesehen, das hatte sie überrascht, so wie Alec es immer wieder schaffte sie zu überraschen.
Madeleine holte den Briefumschlag hervor nahm sich ein Buttermesser als Hilfe. Der Inhalt ließ sie erschrocken Luft holen, mit einem vorwurfsvollen Blick sah sie zu Alec, als ob sie sichergehen musste das er wirklich vor ihr stand. Dann sah sie wieder zu dem Umschlag. Noch bevor sie ihre Gedanken aussprach schüttelte sie den Kopf. „Das kann ich nicht annehmen!“
Nun war der Blick in den dunkelbraunen Augen nur auf Alec gerichtet, streng. Sie hob den Briefumschlag mit zitternden Fingern hoch. „Das! Ist keine Kleinigkeit!“ stellte sie fest.
Ihre Worte waren nicht nur höfflich dahergeredete Phrasen, sie konnte solch eine enorme Summe tatsächlich nicht annehmen. Alecs Geschenk war irrwitzig, unbedacht und trieb Madeleine Tränen in die Augen. Wie kam er nur auf die Idee ihr so etwas zu schenken? Sich so viele Sorgen um sie zu machen?
„Alec du spinnst doch.“ Wieder schüttelte sie ihren Kopf, als würde sie so aufwachen können. Dass sie ihren Alpha gerade beleidigt hatte, bemerkte sie gar nicht. Sie streckte ihm nur den Umschlag mit dem Scheck entgegen, versicherte ihm mit einem strengen Blick dass er ihn zurücknehmen solle.
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   Di Jan 12, 2016 11:22 pm

Den Inhalt des bunt verpackten Päckchens hatte er trotz ständiger Kontrolle noch gar nicht ausmachen können, stellte mit zufriedenem Stolz fest, dass sich der Fleck einigermaßen aus dem Stoff seines Anzuges hatte herausreiben lassen, als ihn der quietschende Jubel des nur ganz sachte zusammenfahren ließ. Nicht etwa, weil er sich erschreckt hatte. Viel mehr war es die Tonhöhe des freudigen Lautes, die ihm ungewohnt in den Ohren schmerzte.
Kaum hatte er sich umgedreht, die Hüfte leicht gegen die Spüle gelehnt und den jetzt hoffentlich nur noch feuchten Fleck mit letzter Skepsis betrachtend, spürte er die kurzen Arme des Knirpses um seine Beine. Er konnte kaum reagieren, sich durch eine richtige Umarmung mit den fremden Federn des Stoffraben schmücke, da war der Junge schon wieder verschwunden und Alec ertappte sich früh genug dabei, wie er ihm hinterher sah, um nicht aufzufallen, sich stattdessen Madeleine zuzuwenden.
Der erste Kaffee stand bereit und Alec vergriff sich an der Tasse, ohne nachzufragen, wusste sogar, wo er Milch und Zucker zu finden hatte. Obwohl er auf Ersteres verzichtete und auch mit Letzterem nur spärlich umging, lauschte beim Anrühren der Danksagung seiner alten Freundin und hob dann den Blick, um sie zu fixieren. „Du hast mich eingeladen“ Hinter den Worten steckte so viel mehr als eine bloße Feststellung. Tatsächlich hätte er ohne explizite Einladung nicht vor der Tür gestanden. Und für den Versuch, ausgerechnet ihn, obgleich seines Status oder Rufes zu dem Kindergeburtstag ihres Sohnes einzuladen, war er ihr unausgesprochen dankbar. Nur sagte er das nicht. Weil es ihn selbst überrascht hatte, dass er zwar mit deutlicher Verspätung gekommen war, aber bereits im Vorfeld ein anderes Meeting verschoben hatte, um länger als nur eine halbe Stunde bleiben zu können.
Ruhig nahm er einen Schluck aus der noch dampfenden Tasse, hatte sich längst wieder an die Spüle gelehnt und beobachtete aus nur ganz leicht gesenktem Blick, wie sie das tatsächliche Geschenk annahm, über das er sich mehr Gedanken gemacht hatte, als er zuzugeben wagte. Nur über Madeleines selbst hatte er sich keine Gedanken gemacht, überraschte es ihn doch, wie heftig sie reagierte, konnte mit einem Mal kaum einschätzen, ob sie sich freute oder tatsächlich wütend war, wartete lieber stumm bis sie fertig war.
Den Umschlag würdigte er kaum eines Blickes, seine grünen Augen blieben stattdessen bei Madeleine hängen, als er sanft den Kopf schüttelte, einen weiteren Schluck seines Kaffees nahm. „Gute Colleges sind teuer“ rechtfertigte er die Summe. „Mir fehlt es doch kaum…“ Dann nickte er entschlossen, stellte die Tasche auf der Theke neben sich ab. „Es gehört John. Ich werde es nicht zurücknehmen. Leg es beiseite bis du es brauchst“
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   So Jan 24, 2016 9:37 pm

Es sah für einen kurzen Moment so aus, als würde Madeleine sich geschlagen geben. Ihre Schultern sackten hinab und sie schloss ihren Mund langsam, starrte Alec sprachlos an.
Doch den Umschlag hielt sie noch immer hoch, nun mit ruhigen Händen.
Wie ein Fisch der nach Luft schnappt, öffnete sie nochmals ihren Mund doch es kam nichts raus nur ein heiseres Lachen und sie schüttelte abermals den Kopf, dieses Mal langsam.
Mit gerunzelter Stirn musterte sie Alec, versuchte irgendwie aus ihm schlau zu werden.
Für einen Moment versuchte sie sich auch vorzustellen wie reich Alec sein musste, doch eigentlich interessierte sie sich jetzt ebenso wenig dafür. Das hatte sie nie.
Alec hatte ihr aber bisher noch nie Anlass gegeben wirklich darüber nachzudenken.
Madeleine räusperte sich um irgendwie Klarheit zu schaffen, die stillen Sekunden durch vertraute Geräusche zu füllen.
„Ich weiß nicht was ich sagen soll!“ gab sie sich schließlich zu erkennen, breitete die Arme unbeholfen aus. Egal was sie zu sagen hatte, sie wusste dass sie Alec nicht umstimmen konnte.
Madeleine durchlief erneut einen Wandel.
Nachdem sie sich den Umschlag in ihrer Hand aufmerksam besah, entschloss sie sich, das Thema für heute ruhen zu lassen und ganz bestimmt später nochmal darauf zurück zu kommen.
Die Braunhaarige öffnete eine der unzähligen Schubladen in der kleinen Küche und legte den Umschlag hinein.
Mit langen Schritten überwand sie die Distanz zwischen ihr und Alec. Sie umarmte ihn vorsichtig, passte auf die Tasse in seiner Hand auf.
„Dann halt, Danke.“ Hauchte sie mit sehr viel Liebe in ihrer Stimme, hauchte ihrem besten Freund einen Kuss auf die Wange.
Als sie ihm wieder in die Augen sah, lächelte sie breit.
„Ohne dich wäre ich ziemlich aufgeschmissen.“ Eröffnete sie Alec mit einem Achselzucken, das von einem Lachen unterstrichen wurde.
Madeleine schnappte sich ein Tablett auf dem sie die Limonade und die zwei Tassen Kaffee zu ihren anderen Gästen balancierte.
„Komm.“ Madeleine nickte Richtung Wohnzimmer.
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   Di Jan 26, 2016 1:27 am

Die anhaltende, so offensichtliche Ungläubigkeit der Braunhaarigen vermochte es nun doch, ein Lächeln über seine Lippen zu bringen, kurz bevor es nach einem weiteren tiefen Schluck aus seiner Tasse wieder verschwand, während er sie beobachtete, nur darauf wartend, dass sie sich endlich geschlagen gab. Auf Dankbarkeit hatte er es nie abgesehen gehabt, hatte nur an die rein praktische Seite des Geschenks gedacht. Und daran, dass es - anders als ein bunter Plüschrabe – tatsächlich von ihm kommen würde. Das kam selten genug vor.
Die Umarmung war keine Überraschung. Der Zeitpunkt und die Art und Weise dieser waren es allerdings. Schweigend legte er den freien Arm um sie, lächelte unweigerlich über die plötzliche Nähe des Kusses, fuhr sich nur kurz darauf mit der Hand durch das schwarze Haar.
„Das ist alles, was du sagen musst“ stimmte er ihr zu, wurde um ihrer nächsten Worte dann plötzlich wieder vollkommen ernst. „Sag sowas nicht…“ Rührte die Hilfe, die er ihr seit dem Tod ihres Mannes bot, manchmal sogar unnötig aufdrang doch nur aus purer Eigennützigkeit. Weil er das Unmögliche versuchte: Er wollte etwas wieder gut machen, für das er eigentlich nicht verantwortlich war. Obwohl er sich nichtsdestotrotz schuldig fühlte.
Ihrer Aufforderung folgte er nur den Bruchteil einer Sekunde zu spät, wäre am liebsten hier geblieben, hatte keine Lust, sich dem ehrfürchtigen Smalltalk ihrer anderen Gäste zu stellen. Er wollte ihnen nicht vorlügen, wie es ihm ging, hatte keine Kinder, dessen amüsante Anekdoten er teilen könnte und interessierte sich noch viel weniger für die fremden Bälger. Aber noch viel sinnloser der Gedanke, die gesamte Zeit alleine in der Küche zu verweilen. Dafür war er nicht hergekommen.
Im Wohnzimmer blieb er schließlich ungewohnt unbeholfen, nicht ganz in der Mitte des Raumes stehen, musterte die Gäste auf dem Sofa und suchte dann Madeleines Blick. Er verzichtete darauf, sich zu setzen und hoffte insgeheim, dass ihn Niemand darauf ansprach. Oder ihn irgendjemand überhaupt ansprach.
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   Mi Feb 17, 2016 10:39 pm

Ein Kindergeburtstag war eine anstrengende Sache. Die Vorbereiten zogen sich oft über Tage hinweg und in den wenigen Stunden die, die Kinder durchhielten wurde die Wohnung grundsätzlich auf den Kopf gestellt und irgendwelche Verletzungen oder Streitigkeiten gab es immer.
Nicht nur zwischen den Kindern. Oft waren Mütter, vor allem jene von Kleinkindern so in sich gekehrt das sie es gekonnt wussten ausversehen eine andere Mutter mit Worten zu verletzten.
Madeleine ließ die spitzen Kommentare und unnötigen Verbesserungsvorschläge Großteils von sich abprallen.
Musste allzu oft eine schlagfertige Antwort unterdrücken.
Alec hatte sich in seinem vollen Termin Kalender gerade lange genug Zeit freischaufeln können um seinen Kaffee in Ruhe zu trinken und höfflich dem Smalltalk der anderen Mütter auszuweichen.
Der Abschied zwischen den Beiden war kurz und knapp, da eines der erwartenden Malheure auch dort nicht ausblieb.
Als auch alle anderen Mütter sich plötzlich auf einen Schlag verabschiedeten. Widmete sich Madeleine John zu, welcher völlig erschöpft und müde in ihren Armen hing.
Sie wollte seinen Zustand ausnutzen um ihn schnell schlafen zu legen und verzichtete deshalb darauf ihn zu baden. Nach all dem Lärm und Gequengel von 8 Kindern freute sie sich über die baldige Ruhe.
Ihr Sohn saß auf dem Rand der Badewanne und ließ sich von seiner Mutter das Gesicht abwischen. Schluckte gegen alles Wissen die süße Zahnpaste.
Ein zufriedenes Summen begleitet Madeleine während sie Barfuß ihren Sohn zu seinem Bett trägt, in das John wie gewohnt einstimmt.
„Ich hab dich lieb mein Schatz.“ Das dichte, braune Haar kitzelt wie gewohnt ihre Nase, während sie ihm einen Kuss auf die Stirn drückt.
„Ich dich auch Mama.“ Noch während er das sagt, fallen Johns Augen zu und er drückt fest das Pyjama Oberteil Madeleines an sich. Mit dem Duft seiner Mutter gleitet er hinüber in aufregende Träume, in denen er seinen aufregenden Tag verarbeitet.

Ja, ein Kindergeburtstag nimmt fiel Zeit in Anspruch.
So ist die Arbeit noch nicht getan, nachdem Madeleine die Tür zu Johns Kinderzimmer anlehnt. Ganz leise stellt sie die Soundanlage an und leise mitsummend räumt sie das angerichtete Chaos an.
In anderen Häusern kommen die Kinder heim, ebenfalls erschöpft, manche wütend weil heute keine Geschenke für sie bestimmt waren, anderen mit schmerzenden Mägen von den ganzen Süßigkeiten. Doch sie alle begrüßen ihren Vater und liegen in den Betten mit ihren beiden Eltern am Fußende ihres Bettes.

John war noch immer müde von dem gestrigen Tag und ihn für den Kindergarten herzurichten raubte Madeleine heute einige nerven.
Wenn sie dachte dass er sich gerade die Zähne putzte, lag er auch schon wieder in seinem Bett. Was es schwieriger machte ein Werwolfjunges aufzuziehen, war die Tatsache dass man aufpassen musste, dass es nicht zu trotzig wurde und sich in einen Wolf verwandelte. In diesem Fall müsste man wieder von ganz vorne anfangen.
Als Madeleine John dann endlich damit begeistern konnte, Hollie –seiner Kindergarten Tante- von seinem Geburtstag und all seinen neuen Spielsachen zu erzählen. Was natürlich nur ging, wenn sie denn endlich im Kindergarten ankamen.

Das Quietschen von Kinderstimmen war ein schönes Geräusch, vor allem weil es so viele waren. Es war schön zu sehen dass ihre Spezies sich von ihrem schlimmen Krieg erholte.
John lief sofort zu der Rothaarigen und erzählte ihr alles von seiner Party, natürlich ohne geordnete Reihenfolge. Was dem Jungen als erstes einfiel sprudelte aus seinem Mund und oft beendete er einen Satz nicht richtig, weil schon der nächste Gedankenfunke aufgeflammt war. John fand doch noch Zeit seine Mutter fest zu Umarmen und ihr einen nassen Schmatzer auf die Lippen zu geben. Grinsend winkte Hollie mit ihrem dicken Bauch –in dem ihr drittes Kind auf sich warten ließ- Madeleine zu und ging dann mit John an der Hand in das bunt bemalte Gebäude.
Madeleine sah den beiden nach, als sie unter einem neidischen Stich zusammenzuckte. Hollie war es vergönnt nun ihr drittes Kind auf die Welt zu bringen. Glücklich und stolz. Alle drei Kinder von demselben Vater. Eine große Glückliche Familie ohne schwierige Fragen.
Doch sofort schämte sie die Braunhaarige für ihre eigenen Gedanken und fuhr sich unglücklich durch das dichte Haar. Sie sollte sich für Hollie freuen und nicht ihre eigene Situation damit vergleichen. John war ein gutes Kind und selten aufmüpfig, dafür sollte sie dankbar sein. Seufzend wandte sich Madeleine ab, ein gequälter Ausdruck stahl sich kurz auf ihr Gesicht, wurde aber gleich von der strahlenden Sonne verjagen.

Das Hauptquartier betrat Madeleine mit einem hellblauen Weidekorb in der einen Hand und einem Becherhalter mit zwei dampfenden Kaffees in der anderen.
Sie stellte den Korb ab um an Alecs Tür zu klopfen, war sich sicher dass er schon seit Stunden über seiner Arbeit saß, bisher kaum etwas von dem wunderschönen Tag gesehen hatte.
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   Fr März 11, 2016 3:27 pm

Der schwarze Kaffee, an dem Alec sich vor einer guten Stunde noch fluchend die Lippen verbrüht hatte, war mittlerweile längst erkaltet und hatte keinen Verwendungszweck mehr auf dem überladenen Schreibtisch des Schwarzhaarigen. Dabei hätte er das bittere Getränk durchaus gebrauchen können und vielleicht würde er es sich später, wenn Niemand hinsah, ganz heimlich in der Mikrowelle aufwärmen. Um den einzigartigen Geschmack der erlesensten Bohnen wäre es ihm dann ohnehin nicht mehr gegangen, solange der Koffeingehalt stimmte.

Weil er den Geburtstag gestern früher verlassen hatte, als er tatsächlich gemusst hätte, lag er eigentlich kaum im Zeitdruck, irgendwelche Arbeiten zu erledigen. Das tat er selten, war es doch oft nur der Vorwand, sich zurückzuziehen oder heroisch auf den gesunden Schlaf zu verzichten. Als gäbe es nicht genug fähige Mitarbeiter, die ihm die Arbeit abnahmen, wenn es nötig war. Als plante er nicht weit genug voraus, um sich im Notfall für weniger menschliche Angelegenheiten durchaus auch mal eine ganze Woche frei zu nehmen.

Umso ernüchternder der Gedanke, dass er für Kaffee und ein halbes Stück Kuchen vorbeigekommen war, die Zeit dafür angeblich gerade so gefunden hatte und dann aus den selben Gründen wieder verschwunden war, obwohl er die arglose Gesellschaft lediglich nicht länger ertragen hätte. Als Alpha war es wohl unumstritten schwierig, sich rar zu machen und normalerweise machte er keine großen Anstalten, dieses Ziel zu verfolgen. Aber seine Präsenz auf einem Kindergeburtstag war nicht notwendig. Dass er überhaupt gekommen war, blieb für die anderen Gäste wohl ein unerklärliches Phänomen. So nah sich der Alpha und die Mutter des Geburtstagskindes doch auch standen.

Tatsächlich wäre er lieber in Ruhe an einem anderen Tag gekommen, hätte Madeleine und John lieber zu sich eingeladen. Aber bis dahin wäre dem Kleinen der Anlass längst egal geworden. Jetzt hatte Alec es vielleicht zumindest auf den Hintergrund des einen oder anderen Erinnerungsfotos geschafft, die John sich später ansehen würde, wenn es sich bei seinem Geburtstag um mehr als nur Geschenke und Süßkram handelte.
Was die vergangene Zeit mit dem so gut wie unangerührten Kaffee angestellt hatte, hatte Alec noch nicht zusammengerechnet oder bereits wieder vergessen, als er in einem zweiten Versuch nach der Tasse griff und sie blind an seine Lippen führte, die grünen Augen stattdessen auf den Laptop vor sich fixiert. Die schwere Konzentration wurde durch den furchtbaren Geschmack des kaltgewordenen Heißgetränkes, das sich in dieser Form auch tatsächlich nur als solches eignete, durchbrochen und Alec verzog ganz sichtbar das Gesicht. Im selben Moment klopfte es an seiner Bürotür und er stellte die Tasse lautstark zurück auf den Tisch, sodass die Flüssigkeit darin beinahe übergeschwappt wäre. Ein kurzer Blick auf die Uhr, während er sich zu erinnern versuchte, ob es sich dabei vielleicht um erwarteten Besuch handelte. Weil ihm spontan aber kein Termin einfiel und er sich durchaus damit brüstete, dass er ihn in jedem Fall nicht vergessen hätte, blieb der kurze Moment der Irritation.

Unerwarteten Besuch empfing er lieber selbst an der Tür, weil man ihn besser wieder fortschicken konnte, wenn er den Boden des Büros erst gar nicht berührt hatte. Aus manchen Fehlern lernte selbst Alec. Wortlos rückte er seinen Stuhl zurück und begab sich zur Tür, fuhr sich auf dem Weg dahin durch die dunklen Haare, wirbelte dadurch sichtbare silbrige Strähnen zwischen dem dichten Schwarz auf.

Kaum merklich erhellte sich sein Gesicht, als er plötzlich Madeleine gegenüberstand. Ein Blick auf die silberne Uhr um ein Handgelenk verriet, dass er sich doch kurz die Frage nach einer verpassen Verabredung stellte, den Gedanken aber schnell wieder verwarf, weil es für ihn ein Ding der Unmöglichkeit darstellte, obwohl es nicht zum ersten Mal passiert wäre.

„Madeleine“ begrüßte er sie schließlich und das halbe Lächeln, das er ihr dabei schenkte, war der eindeutige Beweis, dass unerwarteter Besuch nicht auch gleichzeitig unerwünschten Besuch bedeutete. Er stieß die Tür um ein paar deutliche Zentimeter weiter auf, um Madeleine Eintritt zu gewähren, unterstützt durch die dabei ausgesprochene Aufforderung. „Komm rein“ Dann eine kurze Pause, in der er es sich anders zu überlegen schien.

„Ist irgendetwas passiert?“ Als gäbe es keinen anderen Grund zwischen den Beiden, sich zu sehen. Immerhin war der letzte Besuch wohl kaum lange her. Er warf einen knappen Blick zurück in sein Büro, das nicht wirklich mehr als ein dunkles Sofa, einen für jeden anderen Zweck als Arbeit unbrauchbaren Schreibtisch und zwei dazugehörige Stühle, im Angebot hatte und legte dann die Stirn in knappe Falten. „Wir sollten in die Küche gehen“ schlug er dann stattdessen vor, obwohl er sich schmerzlich bewusst war, dass die dort wahrscheinlich nicht alleine sein würden.
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Nasu
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   Mi März 16, 2016 11:20 pm

„Guten Morgen.“ Begrüßte Madeleine Alec ebenfalls mit einem Lächeln. Sah ihm mit hochgezogenen Brauen dabei zu wie ihr überraschender Besuch ihn etwas aus seiner Resignation lockte.
Alec lud sie in sein Büro ein, aus welchem Madeleine ihn eigentlich herauslocken wollte.
Sie machte keine Anstalten seiner Aufforderung zu folgen und das beinahe düstere Zimmer zu betreten.
Ihre dunklen Augen sahen an Alec vorbei in das moderne, minimalistisch gestaltete Zimmer.
Die Ledercouch, die modisch das Ambiente verschönerte, aber keinesfalls dazu einlud, sich darauf gemütlich auszustrecken, daneben der Schreibtisch, welcher verriet das Madeleine Alec gerade mitten in der Arbeit gestört hatte.
Auf dem Bildschirm des Computers waren dicht beschriebene Exeldateien mit unzähligen Schriftzeichen zu sehen, die einem schon beim Anblick Kopfschmerzen bereiteten.
Unordentlich lagen mehrere Ausdrucke übereinander und lieferten weitere Informationen über die Umsätze, Verlust und Gewinnrechnungen des Unternehmens.
Damit sich die Sonne nicht in dem Bildschirm reflektierte waren die Rollläden zur Hälfe geschlossen und die Fenster sperrten den Verkehrslärm New Yorks aus.

Ruckartig richtete sich Madeleine wieder auf, begegnete Alecs Blick mit einem Lachen.
„Alles in bester Ordnung!“ versicherte sie ihm.
Alec schlug vor in die Küche zu gehen, dabei bildete sich eine kleine Falte über seiner Nasenwurzel, was Madeleine verriet das er nicht gerade begeistert von seinem eigenen Vorschlag war. Genau so ging es der Braunhaarigen auch. Immerhin war sie hier um Alec an die frische Luft zu locken.
Sie sah über ihre Schulter, den Gang entlang zu den Fahrstühlen, kniff dann selbst die Augenbrauen zusammen und sog unzufrieden die Luft ein.
„Nein.“
Madeleine bückte sich nach dem Weidenkorb zwischen ihr und Alec. Sie ließ ihn zurückrutschen in ihre Armbeuge.
„Eigentlich bin ich hier um die an die frische Luft zu entführen.“
Sie zeigte ihre Zähne.
„Als Druckmittel habe ich einen Becher Kaffee vom Italiener um die Ecke, der“ sie hob die beiden Becher in der Halterung vor Alecs Nase „kalt wird, wenn du dich zu lange weigerst!“
Die Lippen zu einem schmalen Strich verzogen wartete Madeleine auf einen der üblichen Einwände Alecs, die sie wieder irgendwie im Wind zerstreuen musste.
Dass er noch so viel zu erledigen hatte. Was andere genauso tun konnten.
Er nicht einfach weg konnte. Dafür gab es Handys.
Keine Lust und Zeit für so einen Unsinn. Eine gute Freundschaft muss man pflegen und einen heißen Kaffe schlägt man nicht aus.
Madeleine war gewappnet und sah demensprechend herausfordernd zu Alec hoch.
Verlagerte ihr Gewicht auf ein Bein, während sie darauf wartete dass der alte Griesgram sich seine Ausreden zurechtlegte.
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Feuerchen
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   So März 20, 2016 5:02 pm

Alec bemerkte selbst kaum, wie seine Schultern um wenige Zentimeter sanken, sich dadurch ganz subtil entspannend, weil Madeleine nach eigener Aussage nicht mit schlechten Neuigkeiten gekommen war und tatsächlich auch nicht danach aussah. Der Weidenkorb in ihrer Armbeuge, auf den Alecs Blick erst jetzt fiel, schiene in diesem Fall ebenfalls unangebracht und Alec. Stattdessen hatte er etwas heimliches an sich, erinnerte direkt an Picknick und warf dadurch unweigerlich die Frage auf, wer heutzutage überhaupt noch picknickte.

Er hob eine Augenbraue bei der eindeutigen Ablehnung, die auf seinen Vorschlag trag, hätte sich dadurch in anderen Momenten sofort nicht respektiert gefühlt, hätte es ihm in diesem Zusammenhang und aus dem Mund der Braunhaarigen kommend nicht tatsächlich so etwas wie ein Lächeln entlockt. Dass ihr Angebot und vermeintliches Druckmittel zusätzlich noch genau ins Schwarze traf, konnte sie ja nicht ahnen. Denn alleine bei der Erwähnung kaltgewordenen Kaffees, glaubte Alec, den Fehltritt der letzten wenigen Minuten noch bitter auf der Zunge spüren zu können. Das Getränk so genießen zu können, wie es ursprünglich vorgesehen war, erschien verlockend. Eine italienische Kaffeemaschine aus der eigenen Küche ersetzte letztendlich auch nicht das Produkt aus dem kleinen Café und andere Einwände, die über pure Sturheit hinausgingen, wollten ihm aus dem Stehgreif nicht einfallen. Nicht, dass diese Charaktereigenschaft im Normalfall nicht ausgereicht hätte, um so gut wie jedes Angebot abzuschlagen.

Frische Luft hatte er heute tatsächlich noch nicht gesehen oder geatmet. Dabei wäre Sonnenschein zu dieser Jahreszeit nicht unbedingt eine Seltenheit. Oder vielleicht gerade deshalb.
„Wir haben auch Fenster in der Küche“ Der wohl kaum ernst gemeinte Protest wurde begleitet von einem nur sehr kurz anhaltenden schmalen Lächeln, bevor er selbst aus dem Zimmer trat und die Tür hinter seinem Rücken schloss, ohne sich dabei gänzlich von Madeleine abzuwenden. Sie hatte ihn jetzt also so weit, dass er nicht nur sein Büro verlassen hatte, sondern tatsächlich auch dazu bereit war, sie zu begleiten. Nur eben nicht überallhin. Er begann bereits, sich vorwärtszubewegen, übernahm gewohnt die Führung, obwohl Madeleine vielleicht durchaus schon einen bestimmten Ort im Kopf gehabt hatte. Aber er hatte nicht vor, das Hauptquartier zu verlassen, würde mit Sicherheit nicht in einen Park gehen. Für die meisten Leute war es gerade Zeit für die Mittagspause. Lieber hätte er sich ins Knie geschossen, als ein Teil davon zu sein.

Er verriet Madeleine nicht, wohin es für sie gehen würde, als er sie nur durch ein kurzes „Komm“ aufforderte, ihm zu folgen, um dann mit dem Fahrstuhl durch Knopfdruck nicht ins Erdgeschoss, sondern ins oberste Geschoss zu fahren.
„Wie war die Feier noch?“ Ein ungewöhnlicher Schritt zum Smalltalk. Aber Madeleine war eine der wenigen Menschen, auf dessen Stille er gut verzichten konnte.
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   So März 20, 2016 10:41 pm

Die Überraschung war ihr anzusehen.
Sie hob die dunklen Brauen und öffnete verwundert den Mund.
Das sich Alec so einfach bereit erklärte mit ihr zu gehen, hätte sie nicht gedacht und ließ sie schmunzeln.
Tänzelnd trat sie einen Schritt zurück um Alec Platz zu machen.
„Ich weiß genau, das du seit einigen Vorfällen nicht mehr gerne in die Küche gehst…“ Madeleine musste sich auf die Unterlippe beißen um nicht aufzulachen, als sie zu Alec aufschloss. Aus den Augenwinkel zu ihm schielte um zu sehen, ob er wusste worauf sie anspielte.
Immerhin hatte sie beide Male einen aufgebrachten Anruf bekommen, in dem Alec drohte Matt und seinen kleinen Freund eigenhändig umzubringen.
Und der Putztrupp war auch niemanden entgangen der die beiden Male angeheuert worden war.
Doch seit dem ließ sich Alec noch weniger in der Küche blicken, wo er sich zuvor auch nicht sonderlich oft aufzufinden war.

Brav trat Madeleine in den Fahrstuhl, lehnte sich gegen die Aluminium Wand des Fahrstuhls.
Strich sich eine Haarsträhne hinters Ohr, als sie ihrem Spiegelbild entgegensah.
Als Alec sie Ansprach, lächelte sie ihm durch den Spiegel zu.
Ihre Miene war ein rätselhaftes Spiel.
Schwankte zwischen einem sanften Lächeln und leicht frustrierter Erschöpfung.
„Ehrlich?“
Sie trat einen Schritt vor um zu Alec hochsehen zu können, wandte sich ihm zu.
„Unglaublich anstrengend.“ Sie lachte verlegen und strich die kleinen Fältchen zwischen ihren Brauen glatt.
Dann öffnete sie ihre dunkelbraunen Augen wieder und all ihre Erschöpfung fiel wieder von ihr ab, ließ das gewohnt sanfte Lächeln zurück.

Sie hatte sich natürlich über den Besuch gefreut und auch für ihren Sohn.
Doch als alleinerziehende Mutter, wurde sie jeden Moment auf die Probe gestellt und andere Mütter waren eine unglaublich strenge Jury.
Wichtig war aber nur, dass John einen schönen Tag hatte. Madeleine wollte nicht dass er an solchen Tagen allzu traurig war, das sein Vater nicht hier sein konnte.
Es war schwer die Waage zu halten das Vermächtnis ihres verstorbenen Ehemanns zu ehren und gleichzeitig ihren Sohn nicht traurig zurück zu lassen.
Seufzend entspannte Madeleine ihren Nacken.

„John hatte eine schöne Zeit.“ Fügte sie breit lächelnd hinzu.

Das Leuchten des Fahrstuhlknopf, verriet ihr wohin sie fuhren und stutzend inne halten.
„Wohin geht’s denn?“
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   Sa Apr 09, 2016 11:16 pm

Diese Antwort hatte Alec nicht erwartet, als ihm trotz Madeleines tapferen Lachens das eigene verging. Keine zehn Pferde hätten ihn noch länger auf der Geburtstagsfeier gehalten und jetzt fühlte er sich trotzdem schuldig, dass er nicht geblieben war. Dabei hätte er nicht helfen können, hätte nicht ersetzen können, was sie verloren hatte, hätte es vielleicht gar nicht gewollt. Unweigerlich wandte er den Blick ab, merkte, dass er sich dadurch nur selbst unfreiwillig im Spiegel betrachtete, fuhr sich wahrscheinlich gerade deshalb knapp durch die noch wenigstens größtenteils dunklen Haare und fing Madeleines Blick schließlich erneut wieder auf.
Madeleines darauf folgende Worte konnten die leise am Gewissen ziehende Schuld wieder besänftigen. Johns Zufriedenheit musste für etwas zählen. Sie machte den Aufwand etwas wert. Das hoffte Alec insgeheim aus ihrer Antwort herauszuhören.
Ein kitschiges ‚Du wirst schon sehen‘ lag ihm bereits auf der Zunge, doch er war froh, dass es so weit nicht kommen musste, als der Fahrstuhl leicht vibrierend zum Stehen kam, die Türen sich mit nur kaum Verzögerung öffneten und Alec sich steif von der Wand abstieß, Madeleine beim Verlassen des Fahrstuhls jedoch den Vortritt ließ. Eine Antwort blieb er ihr immer noch schuldig, schenkte ihr stattdessen nur einen kurzen Blick, der vielleicht genau diese Geheimnistuerei aussagen sollte.
Angekommen waren sie in einem nur kleinen Treppenhaus. Die Stufen, die nach unten führten, schienen endlos, nach oben waren es jedoch nicht mehr viele, die vor einer schweren Metalltür endeten. Alec bedeutete Madeleine, ihm zu folgen. Die Tür war nicht verschlossen, ließ sich jedoch nur durch das Umlegen eines schweren Hebels öffnen.
Was dann folgte, war schließlich endlich das langersehnte Tageslicht. Hier oben, auf dem Dach des Hauptquartiers schien die Sonne etwas heller, war man ihr doch näher als direkt auf dem Erdboden. Von dem schönen Wetter hatte Alec den ganzen Morgen tatsächlich nichts gewusst. Nicht, dass es ihn interessiert hätte. Leicht frisch war es hier oben doch trotzdem, hatte der Wind ohne die ganzen störenden Gebäude doch freie Bahn, um neckisch an Haaren und Klamotten zu ziehen.
Außer dem kleinen Häuschen, aus dem Alec und Madeleine soeben getreten waren, hatte das Dach des Hauptquartiers im Gegensetz zum restlichen prunkvollen Anwesen der Dakabis nicht viel zu bieten. Eigentlich gar nichts, außer dem Ausblick über die Stadt, den durch die Distanz in Lautstärke leicht abgeschwächten Verkehrslärm und eine große ebene Fläche, die von einer nicht ganz halbhohen Mauer eingezäunt war.
Vielleicht, das musste Alec still und heimlich zugeben, hatte er diesen Plan nicht zu 100% durchdacht. Denn so schön die Aussicht von hier oben doch war, hatte er sich vielleicht zu sehr von dem festen Willen leiten lassen, sich möglichst nicht unter die Leute zu mischen. Zusammen alleine zu sein. Eine Sitzgelegenheit gab es schließlich nicht. Er selbst hatte heute eigentlich genug gesessen, wusste jedoch nicht, wie es um Madeleine stand.
„Möchtest du dich setzen?“ Fragte er schlussendlich und spielte mit dem Gedanken, ob er es übers Herz bringen würde, sich seiner Jacke zu entledigen, um sie als Unterlage für Madeleine zu benutzen. Daher zuerst die Frage, das Ausziehen der Jacke jedoch bereits durch die entsprechende Bewegung angedeutet.
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   Sa Apr 16, 2016 10:48 am

Madeleine legte ihre Hand auf Alecs Schulter um ihn in seinem Vorhaben zu unterbrechen.
„Zu einem guten Picknick gehört auch eine Decke.“
Neckisch zwinkert sie Alec zu, um ihn etwas damit aufzuziehen das sie im Gegensatz an alles gedacht hatte.
Sie beide waren schon lange nicht mehr hier oben gewesen. Weitere Feiern auf dem Dach, konnte Madeleine meist nicht beiwohnen, da sie auf John aufpasste oder die Feiertage lieber mit ihrem Sohn verbrachte.
Der karge Beton wirkte nicht einmal ansatzweise so einladend wie zu den Zeiten, als hier Tische, Bars und kleine Zelte aufgestellt wurden.
Alles was Madeleine besaß, war eine karierte Decke, die etwas über einen Quadratmeter des hellen Betons verdeckte.
Sie strich die Decke glatt, platzierte auf einer Ecke gleich den Picknickkorb, damit der Wind sie nicht mit sich reißen konnte. Schnell schlüpfte sie aus ihren Schuhen, somit waren drei Ecken Fixiert.
Madeleine breitete die Arme aus um so ihr Werk in die Geste einzufassen.
„Der Gewohnte Luxus für den Herrn.“ Sie knuffte ihn in die Seite um ihren Worten jeglichen ernst zu nehmen.
Ohne auf eine weitere Aufforderung zu warten, setzte Madeleine sich auf die Decke. Sie klopfte neben sich auf den Stoff. Hoffte darauf, das Alec seine Spontanität für den gesamten Tag beibehielt, und sich einfach zu ihr setzte, ohne sich damit zu plagen was wohl sein Rudel davon denken würde.
Madeleine schnappte sich ihren Becher Kaffee, der auf dem Korb stand und nippte vorsichtig daran, doch der Kaffee war bereits dabei langsam in dem Pappbecher abzukühlen.
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   Di Apr 26, 2016 11:28 pm

Das war eine simple Tatsache, die Alec nicht verleugnen konnte, deshalb nur den Kopf ganz leicht schief legte, darauf wartend, dass Madeleine besagte Decke auch tatsächlich zum Vorschein brachte und nicht nur die Zutaten zu einem anständigen Picknick aufzählte. Denn das hätte er ja auch alleine gekonnt.

„Von einem Picknick höre ich gerade zum ersten Mal“ beschwerte er sich dann doch, wenn auch mit weniger ernstem Unterton. „Bis eben war nur die Rede von einem italienischen Kaffee“ Ehe er überhaupt gewusst hätte, wie er Madeleine bei der eigentlich nicht schweren Aufgabe des Herrichten der Decke hätte helfen können, war die Brünette bereits so gut wie fertig und der Alpha unausgesprochen froh, dass er seine Jacke behalten durfte und morgen nicht in die Reinigung geben musste, sich den umständlichen Weg ersparte.

Er verschränkte die Arme, betrachtete das doch irgendwie charmant gemütliche, wenn auch provisorische Plätzchen aus hauptsächlich Decke und Picknickkorb und ließ Madeleines Neckerei zunächst scheinbar kommentarlos durchgehen.
„Ich hätte auch auf dem Boden gesessen“ Er konnte es letztendlich doch nicht unterlassen, sich zu rechtfertigen, wo er seine Jacke doch ausschließlich für Madeleines Wohl geopfert hätte und weniger für das eigene. Weil es um dieses heroische Detail jetzt aber nicht mehr ging, setzte er sich ohne weitere Anstalten tatsächlich dazu und beobachtete die Braunhaarige dann kurz bei ihrem ersten Schluck.


„Also…Kaffee“ beschloss er selbst den scheinbar einzigen Grund, wieso er überhaupt mitgekommen war, was natürlich in keiner Weise der Wahrheit entsprach. Er bediente sich dann jedoch bereits selbst und nahm einen zunächst vorsichtigen Schluck, nur, um dann festzustellen, dass er sich um das potentielle verbrühen am heißen Getränk dieses Mal keine Gedanken mehr machen musste. Fast schon wieder ärgerlich.
„ich befürchte, dafür kann ich dich nicht mehr verantwortlich machen“ meinte er, und deutete mit dem Kinn auf den nur mehr warm gewordenen Kaffee. Wäre er früher mitgekommen, wäre das Getränk schließlich noch heiß.
„Hast du den ganzen Tag frei?“ Dann die beiläufige Frage, weil er ja immer noch nicht wusste, weshalb sie ihn gerade heute besucht hatte, wo ihr letztes Treffen doch eigentlich gar nicht so lange her gewesen war. Nicht, dass sie dafür einen Grund gebraucht hätte. „Solange John im Kindergarten ist, natürlich“ Fügte er hinzu, musste sich manchmal immer noch an den Gedanken gewöhnen, dass seine gute Freundin jetzt Mutter war. Obwohl der Gedanke längst nicht mehr so neu hätte sein sollen.
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   Di Jun 28, 2016 9:23 am

Madeleine sah Lächelnd zu Alec hoch.
Versteckte ihr breites Grinsen hinter dem Pappbecher, aus dem sie einen großen Schluck nahm.
Ihre Hand zuckte, als sie den Drang verspürte Alec durch sein grauschwarzes Haar zu streichen, so wie sie es immer bei ihrem Sohn tat, wenn er sie zum Lachen brachte. Sie versuchte die die Geste zu verstecken, indem sie sich eine Haarsträhne hinters Ohr steckte.
„Ich habe heute sogar noch länger frei.“ Verkündete sie grinsend. Klatschte ihre Fingerspitzen aneinander, allein schon bei dem Gedanken an das heiße Schaumbad heute am Abend.
„John übernachtet heute bei seinen Großeltern. Sie kommen ihn nach dem Kindergarten abholen.“
Als ihr bewusst wurde, wie breit ihr Lächeln bei den Worten war. Bekam sie einen Stich von ihrem schlechten Gewissen.
Sie liebte ihren Sohn, aber manchmal verlor sie sich selbst im Mama sein. Die wenigen Stunden in denen sie sich keine Sorgen um ihren Sohn machen musste, waren meist so etwas wie Urlaub für sie.
Seufzend runzelte sie die Stirn, sah auf den Korb vor sich.
„Hunger?“
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BeitragThema: Re: Jahre später Feu und Nasu   So Aug 28, 2016 10:28 pm

Jetzt ließ Alec sich mehr von Madeleines plötzlich leuchtender Freude anstecken, als von ihren Worten selbst, obwohl er bei zweiter Überlegung tatsächlich beruhigt darüber war, dass zumindest von ihrer Seite aus kein Zeitdruck bestand. Von seiner Seite aus ja eigentlich auch nicht. Aber die Frage danach ließ er doch meistens offen im Raum stehen, solle er seine Meinung über seine Gesellschaft ändern. Obwohl er nicht glaubte, dass sich Madeleine in akuter Gefahr befand, jetzt plötzlich doch von ihm stehen gelassen zu werden.
„Das klingt, als hättest du schon Pläne“ belächelte er ihre Reaktion, ohne tatsächlichen Hintergedanken, was für eine Auswirkung ihre Antwort auf die Zukunft ihres gemeinsamen Vormittags haben könnte.
Ihre Reaktion immer noch abwartend, folgte er ihrem Blick auf den Korb und runzelte nur ganz leicht die Stirn. Wenn sie ihn so fragte, dann hatte er eigentlich keinen Hunger, nein. Und um die Antwort und dadurch auch die Überlegung noch etwas in die Länge zu ziehen, nahm er einen großen gequälten Schluck von dem lauwarmen Kaffee. „Das kommt wohl darauf an, was du mir anzubieten hast“ Entschloss er sich schließlich für die vage Antwort, nach der er immer noch ablehnen konnte.
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